Der SMS-Highway

Die chinesische Millionenmetropole Chongqing macht mobil und weihte vor kurzem einen Gehweg für Smartphone-User ein. So sind diese jetzt durch den SMS-Highway vom Rest des Straßen- und Gehweg-Verkehrs getrennt, damit sie in Ruhe weiter simsen können und dabei sich sowie andere nicht gefährden. Vorbei die Zeiten mit schweren Unfällen, bei denen unaufmerksame SMS-Schreiber oft schwer verletzt wurden. Was auf den ersten Blick wie ein Marketing-Gag der chinesischen Tourismusbranche erscheint hat aber durchaus einen ernst zu nehmenden Hintergrund. Dabei ist die Idee gar nicht so neu. Was es mit diesem Fußweg für SMS-Schreiber so auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Bereits im Juli eröffnete Washington D.C. einen Handy-Pfad in der 18th Street. In der US-amerikanischen Hauptstadt war er aber lediglich von einem TV-Sender ins Leben gerufen worden um das menschliche Verhalten zu studieren. Die Chinesen aber machen jetzt ernst: der 50 Meter lange Straßenabschnitt wurde auffällig markiert, Straßenschilder mit der Aufschrift „First mobile phones sidewalks in China“ machen auf ihn aufmerksam. Anscheinend ist diese Art der Straßenverkehrskontrolle nötig und erscheint in China plausibel, während die westliche Welt darüber schmunzelt. Doch was wird damit wirklich bezweckt? Die Antwort gibt ein wenig zu denken: eine Studie der Ohio State University kam unlängst zu dem Schluss, dass mehr als tausend Amerikaner im Jahr Unfälle durch die Benutzung des Smartphones im Straßenverkehr erleiden. Kein Wunder also, dass China Angst mehr um seine Bevölkerung hat: mehr als 90 Prozent der 1,3 Milliarden Chinesen besitzen mittlerweile ein Smartphone. Und diese tippen oft und gern SMS den ganzen Tag über. Aber keine Angst: solange ihr während des Textens ab und an den Kopf hebt, wird euch im Straßenverkehr nichts passieren und der Empfänger kriegt seine Nachricht dann trotzdem noch…ohne Grüße aus dem Krankenhaus.

Bild: © justalice, Flickr

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