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Änderungen an Praxisgebühr gefordert PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, 22. Januar 2010 um 10:24
Wieder einmal wird die Kritik an der Praxisgebühr lauter. Nach Meinung der Kasse Barmer-GEK taugt die Praxisgebühr nicht, um die Zahl der Arztbesuche zu verringern. Derzeit besucht jeder Deutsche statistisch gesehen den Arzt 18 Mal im Jahr, was doppelt so viel ist, wie in vergleichbaren Industrieländern. Die Regierung plant eine Überarbeitung der Praxisgebühr, jedoch keine Abschaffung.

Im Jahr 2004 suchte jeder kassenversicherte Deutsche 16,4 Mal im Jahr den Arzt auf. Nur vier Jahre später waren 18,1 Besuche im Jahr. Nur sieben Prozent der versicherten gingen 2008 gar nicht zum Arzt. Die Praxisgebühr bringt der Barmer-GEK bis zu 2 Milliarden Euro im Jahr. Abschaffen will man die Gebühr trotz ihrer offensichtlich geringen Wirkung aber nicht. „Wer für einen Verzicht plädiert, muss beantworten können, woher das Geld kommen soll“, heißt es bei der Kasse.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung fordert eine Überarbeitung, da rund 48 Prozent der Patienten zuzahlungsbefreit sind, da sie entweder zu wenig verdienen oder an einem Behandlungsprogramm der Hausärzte oder für chronisch Kranke teilnehmen. Statt eines festen Betrages sollen die Patienten einen bestimmten Prozentsatz an den Behandlungskosten übernehmen. Dieses Geld soll dann von den Kassen eingezogen werden, statt wie bis jetzt bar von den Ärzten.

Auch die Regierung will die Praxisgebühr überarbeiten. Man werde sie „in ein unbürokratisches Erhebungsverfahren überführen", heißt es dazu im Koalitionsvertrag. Ein Zeitplan und Details dazu wollte eine Sprecherin Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auf Anfrage nichts sagen.
Aktualisiert ( Freitag, 22. Januar 2010 um 10:26 )