ADHS-Medikamente werden zu häufig verschrieben Drucken
Geschrieben von: Redaktion   
Mittwoch, den 06. Januar 2010 um 08:39 Uhr
Die DAK hat in einer Studie herausgefunden, dass praktisch in jeder Schulklasse ein Kind sitzt, welches Medikamente gegen Hyperaktivität nimmt. Deshalb warnt die Kasse vor den möglichen Nebenwirkungen und vor einer zu schnellen Verschreibung.

Immer mehr Kinder werden gegen das „Zappelphilipp-Syndrom“ (ADHS) mit Medikamenten behandelt. So hat an Rhein und Ruhr fast in jeder Klasse ein Kind solche entsprechenden Medikamente eingenommen. So wurden 2009 3,1 Prozent der bei der Kasse versicherten Kinder entweder mit Methylphenidat oder mit Atomoxetin gegen das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom behandelt. Heißt also, dass etwa jedes 34. Kind mit Medikamenten behandlet wird, was einen Anstieg von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dabei werden Jungen viermal häufiger behandelt als Mädchen.

Die DAK begrüßte aber gleichzeitig, dass die Zulassung von Methylphenidat durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingeschränkt wurde. Mit Einschränkung hat das BfArM auf eine Entscheidung der Europäischen Kommission reagiert. So muss nun die Behandlung auch unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen erfolgen. Als Nebenwirkungen von Methylphenidat sind vor allem Reizbarkeit, Wachstumshemmungen und Hypertonie bekannt geworden.

Ebenso hieß die DAK eine Empfehlung des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums, dass Kinder mit starker Konzentrationsschwäche und extrem unruhigem Verhalten nur von erfahrenen Fachleuten behandelt werden. Außerdem ist es nicht zu empfehlen, dass solche Kinder nur mit Medikamenten behandelt werden.

Auch machen es sich Eltern und Ärzte mit der ADHS-Diagnose zu einfach. Denn nicht jedes Kind, welches unruhig, zappelig und aggressiv ist, muss zwangsläufig an ADHS leiden. Auch Kinder zu sich unterfordert fühlen oder vernachlässigt werden können entsprechende Verhaltensweisen an den Tag legen.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 07. Januar 2010 um 11:26 Uhr