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Senioren nehmen zu viele Medikamente PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Donnerstag, 17. Dezember 2009 um 14:51
Die Behandlung von älteren Menschen weist laut einer Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum gravierende Mängel auf. "Die Patienten werden mit wilden Mischungen von Wirkstoffen behandelt, die sich teils in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben und teils Wechselwirkungen hervorrufen können, über die man kaum Kenntnisse hat", wie der Bochumer Altersmediziner Ulrich Thiem das Ergebnis der Untersuchung zusammenfasst.

Insgesamt wurden in der Studie 2500 Patienten über 70 Jahren befragt. Im Ergebnis nimmt jeder Befragte im Durschnitt sechs verschiedene Medikamente. Und je älter der Patient war, desto größer wird auch die Anzahl der eingenommenen Präparate. Teilweise mussten Patienten 10 Präparate täglich schlucken. Dabei werden am häufigsten Blutdruckmedikamente, Blutfettsenker und Diabetesarzneien verschrieben. Auch wenn die Behandlung gut gemeint ist, da ältere Menschen oft an eine Vielzahl von Krankheiten leiden, so bringt sie doch einige Probleme mit sich. So zum Beispiel bekommen ältere Menschen Schmerzmittel gegen Arthrose, die sich jedoch schlecht auf die Nierenfunktion auswirken. Das steigert dann den möglicherweise eh schon zu hohen Blutdruck, der dann parallel ebenfalls behandelt werden muss.

Deshalb plädieren die Forscher für ein Umdenken, denn die Gefahren des gleichzeitigen Konsums so vieler Medikamente müssen verringert werden. Da es einfach nicht möglich ist, alle Erkrankungen gleichzeitig zu behandeln, müssen die Probleme vorrangig angegangen werden, die den Patienten besonders wichtig sind. Altmediziner Thiem fasst das so zusammen: "Ein 80-jähriger Patient mit Bluthochdruck und Arthrose wünscht sich erfahrungsgemäß zuallererst, seinen Alltag weiterhin alleine bewältigen zu können. Dafür braucht er Schmerzmittel. Ob er Bluthochdruck hat, der auf mehrere Jahre hinaus sein Schlaganfallrisiko erhöht, ist ihm nicht so wichtig"