Heilen mit Wasser Drucken
Geschrieben von: Tanja Tasci   
Montag, den 25. Mai 2009 um 08:44 Uhr

Pfarrer Sebastian Kneipp ist für viele ein Begriff oder zumindest die nach ihm benannte Kneipp-Kur. Die heilende Wirkung von Wasser wurde von Kneipp bekannt gemacht und bis heute finden die Therapien nach Sebastian Kneipp großen Anklang.

Bad Wörishofen verdankt seine Bekanntheit dem Pfarrer Sebastian Kneipp, der häufig auch als Wasserheiler von Wörishofen bezeichnet wurde. Die Kneippkur nutzt die Heilkraft des Wassers und im Grunde kann jeder auch zuhause die heilende Wirkung des Wassers nutzen. Bei der Lehre von Pfarrer Sebastian Kneipp dreht sich alles rund um das Wasser und die Wirkung die Wasser auf den Körper hat. Sowohl kaltes als auch warmes Wasser kommt bei der Kneipplehre zum Einsatz, je nach Beschwerdebild.

Die klassischen Anwendungen die jeder kennen sollte:

Güsse: Armguss, Gesichtsguss, Knieguss, Schenkelguss, Rückenguss, Wechselguss sind Bestandteil der Kneippanwendungen. Die Güsse wirken sowohl belebend als auch beruhigend und regen die Durchblutung an.

Bei den Güssen sollte das Wasser aus einem Schlauch mit einem Abstand von 20 cm gegossen werden. Die Güsse dürfen nicht mit einem Brausekopf aufgetragen werden, denn nur ohne Brausekopf gelangt das Wasser weich und gleichmäßig auf die Haut. Die optimale Wirkung wird dann erzielt, wenn der Wasserdruck nicht zu hoch ist und die entsprechende Körperstelle sanft und gleichmäßig eine bis eineinhalb Minuten übergossen wird. Für kalte Güsse sollte die Wassertemperatur bei 10 bis 12 Grad liegen, bei Gesichtsgüssen bei 16 bis 18 Grad und für warme Güsse bei circa 36 Grad. An Armen und Beinen sind auch Wechselgüsse sehr beliebt hier werden kalte und warme Güsse abwechselnd aufgetragen. Gerade die Wechselgüsse bringen den Kreislauf schnell und zuverlässig wieder in Schwung.

Bäder: Sowohl Vollbäder als auch Teilbäder gehören zur Kneipplehre dazu. Vollbäder werden grundsätzlich mit warmen Wasser genommen, die Teilbäder jedoch sowohl mit kaltem als auch mit warmen Wasser. Teilbäder werden an Armen und Füßen angewendet, aber auch das Kopfdampfbad wird gerne zur Stärkung der Gesundheit genutzt.

Besonders beliebt sind Bäder mit heilenden Zusätzen. Weit verbreitet ist zum Beispiel das Heublumenvollbad. Für ein Heublumenvollbad zuhause sollte man 500 Gramm Heublumen aus der Apotheke mit heißem Wasser übergießen. Nach circa 15 Minuten sollte das Wasser weggeschüttet werden und die Heublumen nochmals mit frischem heißem Wasser übergossen werden. Nach circa 10 Minuten ziehen kann der Aufguss in das Badewasser, welches eine Temperatur von circa 38 Grad haben sollte, gegeben werden. Die Badedauer sollte bei circa 20 Minuten liegen. Besonders wohltuend ist ein Heublumenbad bei Rheuma, Hexenschuss, Durchblutungsstörungen und Gicht. Wer Allergiker ist oder an Herz-/Kreislaufbeschwerden, Blutdruckstörungen leidet, der sollte auf ein Heublumenbad verzichten.

Weitere Anwendungen sind ansteigende Bäder, Wechselbäder, Waschungen, kalte und warme Wickel, Kneippkur Spülungen und natürlich das berühmte Wassertreten. Eine Abwandlung des Wassertretens ist für alle hartgesottenen im Winter das Schneetreten. Doch egal ob Wasser oder Schnee, letztlich kommt es der Gesundheit zu gute, denn die Abwehrkräfte werden gestärkt, die Durchblutung wird angeregt, der Wärmehaushalt wird reguliert und die Wirkung auf das Nervensystem ist beruhigend.

Viele der Kneippanwendungen können auch zuhause durchgeführt werden und so kann man täglich etwas Gutes für seine Gesundheit tun. Wer mehr möchte für den lohnt ein Kuraufenthalt in Bad Wörishofen.