| Kindergärten geschlossen – Eltern zeigen wenig Verständnis |
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| Geschrieben von: Tanja Tasci |
| Samstag, 16. Mai 2009 um 08:46 |
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Zahlreiche Kindergärten in Deutschland werden seit heute bestreikt und somit stehen viele berufstätige Eltern vor einem Problem. Das Verständnis für die streikenden Erzieher ist jedoch in vielen Fällen eher gering. Der Kindergarten ist für viele Eltern heute eine Notwendigkeit und obwohl hier viele Kinder sechs bis zehn Stunden täglich verbringen, sehen Eltern häufig nicht wie anstrengend die Kinderbetreuung für das Erziehungspersonal ist. Verdi ruft zum Streik und die Erzieher und Erzieherinnen folgen, denn es geht besonders um die Gesundheitsvorsorge. Anders als sonst, geht es nicht um das reine Geld, denn die Erzieher sind über die Jahre gesundheitlich stark belastet und ihr Körper muss täglich Höchstleistungen bringen. Ein sehr hoher Lärmpegel, das Heben von Kindern, auf dem Boden spielen, auf viel zu niedrigen Stühlen sitzen und natürlich der tägliche Stress, der gerade bei großen Gruppen und Personalmangel auftritt, schlägt über die Jahre gewaltig auf die Gesundheit. Gesundheitsvorsorge ist deshalb besonders wichtig und so versucht das streikende Kindergarten Personal auf die gesundheitlichen Belastungen bei ihrer täglichen Arbeit aufmerksam zu machen und erhofft sich eine bessere Gesundheitsvorsorge. Eltern die vor den geschlossenen Kindergärten standen hatten häufig wenig Verständnis, denn viele wussten nicht wo sie ihre Kinder unterbringen sollten. Allerdings muss man sagen, dass viele Gemeinden Betreuungsnotplätze zur Verfügung gestellt haben, sodass viele Kinder trotzdem betreut wurden. Eltern unterschätzen häufig was Erzieher im Kindergarten mit ihren Kindern tun und sehen nur ihr Kind wie es zu Hause ist, dass eine Kindergärtnerin häufig 20 Kinder zu betreuen hat und bei krankheitsbedingtem Ausfall von Kollegen noch mehr Kinder, dass ist für viele Eltern weit weg und nicht vorstellbar. Empfehlenswert wäre es, wenn Kindergärten die Eltern zu jeweils einem Pflichttag in der Gruppe einladen würden oder die tägliche Arbeit einmal filmen würden und den Eltern vorführen, denn viele Eltern unterschätzen durchaus die Gruppendynamik und auch den Lärm den eine Kindergartengruppe verursachen kann. Viele private Kindergärten sorgen für bessere Arbeitsbedingungen, da sie mehr Personal einsetzen und zum Beispiel Zivildienstleistende zusätzlich einsetzen. Gerade integrative Kindergärten die bei einer Gruppenstärke von 15 Kindern drei Fachkräfte einsetzen, sind bei Erziehern gerne gesehen, denn hier bleibt auch einmal Raum für Einzelarbeit mit den Kindern. Häufig kommen zum festen Gruppenpersonal auch an einigen Tagen zusätzliche Kräfte wie Zivildienstleistende, Praktikanten oder eine Sozialpädagogin hinzu. Da es im Kindergarten nicht darum geht, dass die Kinder beaufsichtigt werden, sondern viel mehr sollte der Kindergarten als Vorschule dienen, ist es wichtig, dass das Kindergartenpersonal entsprechend gewürdigt und unterstützt wird. In Deutschland wird der Kindergarten häufig immer noch als Aufbewahrungsraum für Kinder gesehen, wenn Eltern arbeiten müssen. In anderen Ländern ist der Status der Erzieher gleichgesetzt mit dem eines Lehrers und der Kindergarten gilt als Vorbereitung für die Schule und wird als überaus wichtig angesehen. Es wird Zeit, dass Eltern Kindergärten bewusst auswählen und sich für den Kindergarten entscheiden, der ihr Kind entsprechend fördert und auf die Schule vorbereitet. Eltern sollten entsprechend auch nachfragen, welche Aktivitäten im Kindergarten durchgeführt werden und so den Druck erhöhen, dass das deutsche Kindergartensystem endlich zu dem Status aufsteigt, den es letztlich verdient hat. Gut ausgebildete Erzieher leiden häufig darunter, dass aus Personalmangel nicht mehr gefördert werden kann und so ist es ein guter Schritt, die beruflichen Belastungen medienwirksam an die Öffentlichkeit zu bringen, denn letztlich dient dies auch der Ausbildung unserer Kinder. |