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Familie von Tim K. kehrt nicht zurück PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Frauke   
Montag, 04. Mai 2009 um 14:33
Fast einen Monat ist es inzwischen her, seit der 17-jährige ehemalige Realschüler Tim K. fünfzehn Menschen und sich selbst erschoss. Unmittelbar noch dem Amoklauf von Winnenden, fiel der Zusammenhalt zwischen den Bürgern und das Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer auf. Auch die Familie des Täters war da nicht ausgeschlossen.
Inzwischen sieht das leider anders aus. Tims Vater, seine Mutter und seine jüngere Schwester werden nicht mehr in ihren Wohnort Leutenbach bei Winnenden, im Rems-Murr-Kreis, zurück kehren. Der Leutenbacher Bürgermeister Jürgen Kiesl sagte am Samstag in einem Interview für die "Waiblinger Kreiszeitung“: „Seit Anfang dieser Woche sind sie nicht mehr Bürger der Gemeinde“.

Die Familie hatte nach dem Amoklauf ihres Sohnes ihr Einfamilienhaus im Ortsteil Weiler in Leutenbach verlassen. Erst zu ihrem eigenen Schutz und um zur Ruhe kommen zu können. Gegen den Vater wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Er besitzt eine Firma im Nachbarort. Der Bürgermeister von Leutenbach stand seit dem Unglück in Kontakt mit der Familie. Er hatte ihnen wie auch den Familien der Opfer des Unglücks einen Kondolenzbrief geschrieben. „Die Familie hat alles verloren: Ihr Kind, ihr Haus und ihre Heimat. Sie muss damit leben, dass ihr Kind furchtbares Leid über andere gebracht hat“, so Kiesl.

Wie sich die Lage der "Täterfamilie" und die Haltung zu ihr entwickelt hat, hat er nach den ersten Reaktionen nicht vorhergesehen. "Die Wucht der Ablehnung hat mich selbst überrascht, aber eine Rückkehr ist auch aus Sicht der Familie K. undenkbar", gibt er zu.