Zu jung für Rente und zu alt zum Arbeiten Drucken
Geschrieben von: Tanja Tasci   
Freitag, 27. März 2009 um 11:55

Deutschlands Arbeitsmarkt ist durch die weltweite Wirtschaftskrise angespannter denn je und viele Firmen versuchen nun Arbeitsplätze zu reduzieren und es zeigt sich, dass durch Altersteilzeit und Abfindungen wieder einmal versucht wird ältere Arbeitnehmer wieder einmal davon zu überzeugen, dass sie ihr Arbeitsleben frühzeitig beenden.

Zu alt zum Arbeiten und zu jung für die Rente, immer mehr Menschen in Deutschland werden auf das Abstellgleis geschickt und ein Ende ist nicht abzusehen. Immer mehr Firmen versuchen Arbeitsplätze zu reduzieren und ihre Belegschaftszahlen auf Grund der wirtschaftlichen Lage auf ein Minimum zu reduzieren. Gerade ältere Arbeitnehmer liegen den Unternehmern schwer im Magen, denn häufig besteht Kündigungsschutz und diesen gilt es zu umgehen um auch hier die Firma zu entschlacken und zu optimieren.

Ältere Arbeitnehmer bekommen immer häufiger das Angebot zur Altersteilzeit oder es werden hohe Abfindungen geboten, um Arbeitnehmer zu überzeugen, freiwillig das Unternehmen zu verlassen. Zwar hören sich die Abfindungssummen anfänglich sehr hoch an und sind sehr verführerisch, doch vergessen viele Arbeitnehmer, dass Abfindungen auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden und somit der Abfindungsbetrag zum Leben verwendet werden muss. Die Abfindungsstrategie der Unternehmen wird zum Teil sehr aggressiv gefahren und viele ältere Mitarbeiter fühlen sich extrem unter Druck gesetzt.

Doch wer ein Angebot bekommt mit einer Abfindung seinen Arbeitsplatz freiwillig zu räumen, der sollte sich für die Entscheidung viel Zeit nehmen, denn voreilige Entschlüsse können hier existenzbedrohend sein. Wer mit 40 und älter heute auf einen neuen Anfang in einem anderen Unternehmen hofft, der wird häufig extrem enttäuscht, denn der Arbeitsmarkt zeigt sich für ältere Arbeitnehmer häufig als nicht mehr zugänglich. Wer aus seinem angestammten Unternehmen freiwillig ausscheidet, der sollte im Vorfeld seine Möglichkeiten für die Zeit nach dem Ausstieg sondieren.

Immer häufiger stehen ältere Menschen vor dem Nichts, denn sie werden als zu alt zum Arbeiten eingestuft. Für den Rentenbezug sind viele noch zu jung und Hilfe von Arbeitsamt und Argen kann erst erwartet werden, wenn das persönliche Vermögen und die persönlichen Ersparnisse aufgebraucht sind. Die Situation ist häufig aussichtsloser als viele es sich im Vorfeld erhofft hatten. Der Traum mit einer hohen Abfindung aus dem Unternehmen zu scheiden und im Anschluss seinen Lebensunterhalt weiterhin durch einen neuen Arbeitsplatz zu verdienen und somit mit der Abfindung eine zusätzliche Absicherung für das Alter zu haben, zerplatzt häufig recht schnell.

Mit 40, 45 oder 50 auf dem Abstellgleis und keine Chancen mehr auf einen neuen Start ins Arbeitsleben. Die Situation scheint für immer mehr Menschen in Deutschland aussichtslos. Letztlich zeigt es sich deutlich, dass auch die beste Altersvorsorge sich sehr schnell auflösen kann, denn wer die Zeit bis zum Rentenalter überbrücken möchte, der muss häufig seine letzten Reserven angehen und ist am Ende häufig auf staatliche Zuschüsse wie Harz IV angewiesen.

Die Erfahrung die häufig vorhanden ist und der Arbeitswille helfen meist nicht über die Altershürde hinweg und auch wer hohe Qualifikationen vor zu weisen hat, stößt häufig sehr schnell auf seine Grenzen. Wer sich also mit dem Gedanken trägt freiwillig seinen Arbeitsplatz mit Kündigungsschutz zu räumen, der sollte sich im Vorfeld absichern und sich keinen Illusionen hingeben.