Wie gut ist Förderunterricht an deutschen Grundschulen wirklich Drucken
Geschrieben von: Tanja Tasci   
Freitag, den 20. März 2009 um 20:18 Uhr

Immer häufiger wird an deutschen Grundschulen Förderunterricht angeboten, denn immer mehr Grundschüler drohen aus dem Raster der Grundschulen zu fallen. Wenn Eltern, Lehrer und Schüler verzweifeln und Eltern den Schulwechsel in ein Förderzentrum verweigern, ist häufig der Förderunterricht, innerhalb der allgemeinen Grundschule, die letzte Hoffnung Schülern über ihre persönlichen Schwächen hinweg zu helfen.

Das Niveau an deutschen Grundschulen steig immer weiter an und somit auch der Leistungsdruck der auf den Grundschülern lastet. Zwar wird versucht den Schülern möglichst spielerisch das Lernen beizubringen, doch zeigt sich auch deutlich, dass an regulären Grundschulen während des Regelunterrichts kaum Zeit bleibt um Schwächen einzelner Schüler gezielt anzugehen. Häufig ist für Lehrer schwierig geworden den Lernstoff wirklich ausreichend zu erklären, da der Zeitplan für die Grundschule schon im zweiten Schuljahr sehr straff geworden ist.

Eine merkliche Verstärkung des Leistungsdrucks kommt dann nochmals in der dritten Klasse auf die Schüler zu. Schon zu Beginn des ersten Schuljahres stellen Lehrer häufig fest wo die Schwächen der einzelnen Schüler liegen und immer mehr Schüler fallen durch das Raster, welches festlegt, welche Kinder für die reguläre Grundschule geeignet sind. Häufig wird schon vor der Einschulung durch einen Eignungstest festgestellt, dass Schüler besser in einem Förderzentrum eingeschult werden sollten, doch viele Eltern sehen die Notwendigkeit nicht und bestehen auf die Einschulung in der regulären Grundschule.

Durch immer mehr Schüler die den Anforderungen der regulären Grundschule nicht oder teilweise nicht gerecht werden können, entstand eine enge Kooperation zwischen regulären Grundschulen und Förderzentren. Für besonders schwache Schüler wird daher an vielen Grundschulen eine extra Stunde pro  Woche Förderunterricht  eingeplant, wo gezielt mit mehreren Kindern gearbeitet wird um Schwächen zu kompensieren. Einzelne Schüler bekommen zusätzlich Einzelstunden zur Förderung während der regulären Unterrichtszeit. Förderunterricht wird meist von einem Lehrer aus einem benachbarten Förderzentrum gegeben und soll die Schüler stützen, die im normalen Unterricht den Stoff nicht zu 100 Prozent verstehen.

Für viele Eltern ist selbst der Förderunterricht an der regulären Grundschule ein Dorn im Auge, denn schließlich ist es für Eltern häufig hart sich einzugestehen, dass das eigene Kind in bestimmten Bereichen Schwächen hat. Der Förderunterricht an regulären Grundschulen soll eigentlich dazu dienen Kinder zu fördern die zwar für die reguläre Grundschule geeignet sind, aber in Teilbereichen Schwächen aufweisen. Leider werden immer häufiger die Plätze von Schülern belegt, die eigentlich laut Einschulungstest von Beginn an als zu schwach für die reguläre Grundschule eingestuft wurden und eigentlich für die Einschulung in einem Förderzentrum eine Empfehlung bekommen haben.

Letztlich ist der Erfolgsdruck so hoch, dass Schüler die von Beginn an starke Defizite aufweisen, diese auch trotz Förderunterricht kaum überwinden können. Der Förderunterricht innerhalb der regulären Grundschule ist zwar grundsätzlich eine gute Idee, doch leider nutzen Eltern diesen auch immer wieder dazu die Entscheidung für einen Schulwechsel in ein Förderzentrum auf die lange Bank zu schieben und somit die Kinder viel zu lange mit ihre Defiziten zu konfrontieren. Immer wieder achten Eltern nicht auf die Empfehlungen von Klassenlehrern und Förderlehrern und reagieren zu spät. Für Kinder bedeutet dies häufig den Verlust des Selbstbewusstseins und die Erfahrung aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen zu werden, da sie sich selbst kaum mehr einbringen.