| Sparen für den Staat |
|
| Geschrieben von: Tanja Tasci |
| Donnerstag, den 19. März 2009 um 11:00 Uhr |
|
Der Sozialstaat Deutschland freut sich, dass seine Bürger auch heute noch recht gerne Sparen und versuchen sich für das Alter und Notsituationen den einen oder anderen Euro anzulegen. Der Staat fordert zur Altersvorsorge und zum Sparen für das Alter und gleichzeitig müssen sparsame Bürger erst ihr gesamtes Erspartes opfern bevor sie vom Sozialstaat Hilfe erhalten. Wer einmal sein gesamtes Erspartes aufbrauchen musste, sieht deshalb, auch zu Zeiten in denen es ihm finanziell gut geht, häufig nicht mehr ein sparsam zu leben und Spareinlagen zu bilden. Harz IV wurde zum genialen System um den Bundesbürgern ihre Sicherheit zu nehmen, denn schließlich ist man erst berechtigt zum Bezug von Harz IV, wenn man sein Erspartes aufgebraucht hat. Durch die Verkürzung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld, ist es gelungen, viele Bürger innerhalb kürzester Zeit zum Harz IV Empfänger zu machen. Wer heute noch spart, der kann nur hoffen, dass er nie arbeitslos wird, denn alles was über dem spärlichen Freibetrag liegt, muss aufgebraucht werden, sonst wird die Leistung Harz IV versagt. Letztlich spart man für den Staat und selbst wer 45 Jahre gearbeitet hat, kann von heute auf morgen vor dem Nichts stehen, denn alle Werte die man geschaffen hat, müssen für den Lebensunterhalt eingesetzt werden. Klingt zwar logisch, dass nur wer wirklich hilfebedürftig ist auch Leistungen vom Staat erhält, doch die Schattenseite ist, dass immer häufiger der Staat dafür sorgt, dass Menschen sich noch nicht einmal mehr das Nötigste anschaffen können. Essen bei der Tafel, Anziehsachen von Hilfsorganisationen und kein Geld für Notfälle wie einen kaputten Kühlschrank oder einem gebrochenen Lattenrost. Ja, so trostlos sieht es für viele Menschen in Deutschland aus. Immer mehr Menschen leben sogar unter dem Harz IV Niveau, denn viele Menschen versuchen mit allen Mitteln den Gängeleien der Ämter zu entgehen und sich mit minimalen Mitteln über Wasser zu halten. Wer auf Harz IV verzichtet, verzichtet allerdings auch auf Vergünstigungen wie GEZ Befreiung und Co, denn viele Hilfen für Geringverdiener sind an den Harz IV Bescheid gekoppelt und nicht an den Nachweis Geringverdiener zu sein. Gerade um die Kann-Leistungen bei Harz IV gibt es immer wieder Ärger, denn hier kommt es auf das Wohlwollen des zuständigen Sachbearbeiters an und immer häufiger werden Harz IV Empfängern Leistungen verwehrt die im Bereich der Kann-Leistungen liegen. Gerade Familien mit Kindern trifft es oft hart, denn Förderungen für Kinder sind für sie kaum mehr möglich und Unterstützung durch den Staat gibt es so gut wie nicht, denn alles soll in dem geringen Regelsätzen enthalten sein. 20 Jahre sparen auf eine neue Waschmaschine oder 12 Monate auf ein neues Buch, da sind zusätzliche Förderungen wie Nachhilfelehrer nicht mehr machbar. Gerade wer in Zeiten seiner Berufstätigkeit fleißig gespart hat und dann durch das Harz IV System soweit gebracht wurde, dass er seinen Kindern Förderungen verweigern muss, weil die Mittel nicht vorhanden sind, sieht sich häufig in der Opferrolle. Wer dann noch einen Blick auf Politikerfamilien wirft, in denen Kinder von Kindermädchen und Haushaltshilfen versorgt werden und Sprach- und Bildungsreisen an der Tagesordnung sind, der wird sehr schnell begreifen, dass auch bei der Bildung der Kinder mit zweierlei Maas gemessen wird. |