Förderschulen kämpfen mit Vorurteilen Drucken
Geschrieben von: Tanja Tasci   
Dienstag, den 03. März 2009 um 22:46 Uhr

Trotz Aufklärungsarbeit und der Zusammenarbeit mit Volksschulen und Hauptschulen, kämpfen Förderschulen auch heute noch gegen Vorurteile an. Viele Eltern sehen fälschlich die Förderschule als das drohende Aus für ihre Kinder, anstatt die Chancen zu sehen, welche sich durch gezielte Förderung für ihre Kinder auftun.

Förderschulen sollten für Eltern eine Anlaufstelle sein, wenn das eigene Kind dauerhaft schulische Schwierigkeiten hat und durch Lernprobleme in der schulischen Entwicklung gehemmt wird. Doch obwohl Förderlehrer auch in Volksschulen eingesetzt werden und unterstützend mit schulisch schwachen Kindern arbeiten und versuchen die Lernprobleme abzufedern, haben viele Eltern extrem große Vorurteile gegen über Förderschulen. Bis heute werden Förderschulen im Volksmund immer noch als Sonderschulen bezeichnet und selbst dies sagt schon viel aus, denn der Begriff Förderschule wird nur von sehr wenigen Eltern verwendet.

Häufig wird auch bei den Kindern durch die Vorurteile eine extreme Angst vor den Förderschulen aufgebaut, denn wenn Kinder sich weigern auf eine Förderschule zu gehen, äußern sie häufig, dass dort nur die dummen Kinder hin müssen. Durch diese Aussagen von Eltern und Bezugspersonen, manifestiert sich die Angst der Kinder, denn kein Kind möchte als dumm abgestempelt werden. Die Erkenntnis, dass es keine dummen Kinder gibt, sondern nur Kinder mit Schwächen und Lernproblemen, scheint an vielen Eltern, trotz der verstärkten Aufklärungsarbeit der letzten Jahre, vorüber gegangen zu sein.

An Volksschulen zeigt sich immer wieder der verzweifelte Kampf der Kinder, wenn Eltern trotz Schulempfehlung Förderschule, darauf bestehen, dass ihre Kinder erst einmal versuchen auf der regulären Volksschule klar zu kommen. Überforderung und mangelnde Erfolgserlebnisse belasten die Kinder häufig schwer und sorgen auch oft dafür, dass Kinder mit Lernproblemen von den Klassenkameraden eher gemieden werden. Die Frustration der betroffenen Kinder sorgt häufig dafür, dass zu den schulischen Problemen auch Verhaltensauffälligkeiten auf Dauer hinzu kommen.

Lehrer haben es häufig schwer den Schülern aus dieser Stresssituation heraus zu helfen, denn wenn Eltern sich nicht einsichtig zeigen, dann bleibt den Lehrern häufig wenig Spielraum. Kinder mit Lernschwächen, müssen häufig ein Schuljahr wiederholen und schaffen selbst beim zweiten Durchgang nicht die Klasse mit guten Noten zu beenden. Eltern haben häufig einen falschen Stolz und vergessen darüber das Wohl ihrer Kinder, denn wer seinen Kindern helfen möchte, der muss auch die Schwächen der Kinder akzeptieren und gezielt Förderungsmöglichkeiten in Betracht ziehen.

Förderschulen versuchen immer häufiger auf Eltern zu zugehen und beratend an Volksschulen tätig zu werden, sodass für betroffene Eltern die Hemmschwelle zur Kontaktaufnahme gesenkt wird. Die Angst der Eltern ist häufig, dass es von der Förderschule keinen Weg mehr zurück auf die „normale“ Volksschule oder Hauptschule zurück wechseln können, wobei diese Angst unbegründet ist. Ein weiteres sehr großes Thema ist die Angst, dass Nachbarn und Freunde auf den Wechsel in eine Förderschule negativ reagieren könnten. Diese Angst begründet sich häufig in den eigenen Vorurteilen und kann nur genommen werden, wenn Eltern sich öffnen und die Chance durch die Förderschulen wahrnehmen.