| Immer mehr Studienplätze bleiben leer |
|
|
|
| Geschrieben von: Tanja Tasci |
| Dienstag, den 03. März 2009 um 21:39 Uhr |
|
Das System der Studienplatzvergabe steht in den letzten Tagen und Wochen stark in der Kritik und dies zu recht, denn schließlich bleiben immer mehr Studienplätze leer und dies sogar bei früher eher mit Wartelisten arbeitenden Studienzweigen. Das Thema deutsche Universitäten ist immer wieder im Blickfeld von Politik und Wirtschaft, denn hier soll die künftige Elite ausgebildet werden und sowohl Gelder aus der Wirtschaft, als auch reichlich Steuergelder fließen an die Universitäten, um ihnen die Möglichkeit zu geben ihren Lehrauftrag möglichst gut zu erfüllen und den Studenten zusätzliche Möglichkeiten zu bieten. Doch warum bleiben immer mehr Studienplätze frei? Diese Frage muss sich die Politik in letzter Zeit immer häufiger stellen. Anblicke wie in der Frankfurter Goethe Universitäten, wo im Wintersemester 807 Plätze in zulassungsbeschränkten Fächern frei blieben, gibt es vermehrt an den Universitäten. Bis zu 30 Prozent der Studienplätze sind zum Teil nicht mehr belegt. Die Ursache an sich ist das System nach dem in Deutschland die Studienplätze vergeben werden. Abiturienten die sich in Deutschland einen Studienplatz für eine bestimmte Fachrichtung sichern möchten, bewerben sich häufig an mehreren Hochschulen gleichzeitig und haben letztlich immer häufiger die Chance sich zwischen mehreren Hochschulen zu entscheiden. Die Konsequenz ist, dass an vielen Hochschulen, gerade in der Provinz und in eher unattraktiven Städten, die Studienplätze nicht mehr voll besetzt sind, sondern bei einem Blick in die Vorlesungen klar wird, dass enorme Lücken zu verzeichnen sind. Die Auslastung der Kapazitäten der Universitäten ist im Moment katastrophal und so steht der Vergabe Vorgang zur Zeit auf dem Prüfstand. Erschreckend ist, dass selbst an einer Elite Universitäten wie der LMU München jeder 100ste Studienplatz im Wintersemester frei blieb. Nun hat die Politik sich geeinigt ein neues Zulassungssystem für deutsch Universitäten einzuführen, allerdings soll dieses erst in zwei Jahren aktuell sein, bis dahin wird es an den Universitäten weiterhin eher problematisch mit der Belegung der Studienplätze aussehen. Geplant ist, dass sich Abiturienten weiterhin bei der gewünschten Hochschule bewerben. Weiterhin werden die Hochschulen nach ihren eigenen Kriterien die Studienanfänger auswählen, allerdings soll ein bundesweiter Datenabgleich Doppeleinschreibungen vermeiden, sodass frei Studienplätze schneller erkannt werden und somit Bewerber aus den Wartelisten nachrücken können und somit weniger unbesetzte Studienplätze bleiben. Der Bund soll nun Bundeshilfe freigeben, sodass die Umstellung auf das neue System in zwei Jahren finanziert werden kann. Zugesagt hat die Regierung vorerst 15 Millionen Euro bereit zu stellen. Ob das neue System reibungslos in zwei Jahren starten kann, darf vorerst bezweifelt werden und so stellen sich Universitäten weiterhin auf ein Einschreibungschaos und frei bleibende Studienplätze in den nächsten Jahren ein. |


