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Der Gerichtsvollzieher bei immer mehr Menschen Dauergast PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Tanja Tasci   
Dienstag, den 24. Februar 2009 um 22:17 Uhr

Gerichtsvollzieher ist zur Zeit der krisensicherste Beruf in Deutschland, denn immer mehr Schuldner müssen sich regelmäßig mit dem Gerichtsvollzieher auseinandersetzen und werden ihrer Schulden kaum mehr Herr. Wenn Schuldenberge sich anhäufen, dann wird oft der Gerichtsvollzieher zum immer wiederkehrenden Besucher.

Der Gedanke an den Gerichtsvollzieher und an Pfändungen flößt auch heute noch vielen Schuldnern Angst ein. Doch die Ängste die viele Schulden mit dem Begriff Gerichtsvollzieher verbinden sind meist grundlos, denn schließlich sind die Möglichkeiten des Gerichtsvollziehers gesetzlich festgelegt und wenn Schuldner einen entsprechend bescheidenen Lebenswandel führen, ist für den Gerichtsvollzieher kaum die Möglichkeit einer Pfändung gegeben. Pfändungen durch den Gerichtsvollzieher werden nur durchgeführt, wenn ein entsprechendes Einkommen vorhanden ist oder sonstiges Vermögen vorhanden ist, Gegenstände werden nur dann gepfändet, wenn sie extrem kostspielig sind und sich eine Versteigerung lohnt.

Die meisten Gerichtsvollzieher verzichten auch auf eine Hausdurchsuchung, da sie meist ein sehr gutes Gefühl für die Verhältnisse in denen die Schuldner leben haben und nur dann wirklich Schränke und Co kontrollieren, wenn ein Verdacht vorhanden ist, dass der Schuldner Wertgegenstände absichtlich verbergen könnte. Gerichtsvollzieher versuchen offen auf Schuldner zuzugehen und versuchen zum Teil sogar zwischen Schuldner und Gläubiger zu vermitteln um eventuell weitere Vollstreckungsmaßnahmen zu vermeiden. Viele Gläubiger lassen sich auf Anraten des Gerichtsvollziehers auf eine Ratenzahlung ein, wenn bekannt ist, dass der Schuldner eigentlich Zahlungsunfähig ist und eine Pfändung nicht möglich ist.

Viele Gerichtsvollzieher kennen mit der Zeit ihr Klientel sehr gut, denn häufig betreuen sie einen Bezirk über mehrere Jahre hindurch und begleiten viele Schuldner über Jahre. Gerade in diesen Situationen können die Gerichtsvollzieher häufig die Lebensgeschichte des Schuldners recht gut einschätzen und wissen um die Nöte des einzelnen Schuldners. Immer häufiger sind Gerichtsvollzieher für Schuldner auch eine Art Ratgeber und zum Teil auch eine Art Vertrauensperson.

Für Gerichtsvollzieher im Außendienst ist es häufig schwierig die Menschlichkeit zu bewahren und sich gleichzeitig nicht zu sehr in den Problemen der Schuldner zu verlieren, denn gerade wenn Kinder von der Armut betroffen sind, ist es für viele Gerichtsvollzieher schwierig die persönlichen Schicksale nicht zu sehr an sich heranzulassen. Der Spagat der von Gerichtsvollziehern täglich abverlangt wird um Schuldner und Gläubiger zufrieden zu stellen ist häufig sehr belastend und auch ein funken Angst begleitet Gerichtsvollzieher in der täglichen Arbeit, denn gerade in sozialen Brennpunkten, wissen Gerichtsvollzieher häufig nicht was sie beim Schuldner erwartet und immer wieder kommt es zu Angriffen von Gerichtsvollziehern.

Schuldner sollten sich offen gegenüber dem Gerichtsvollzieher verhalten und bereitwillig Auskunft über die aktuelle Situation geben, denn so kann der Besuch des Gerichtsvollziehers sogar positives an den Tag bringen, denn Gerichtsvollzieher kennen sich häufig sehr gut mit staatlichen Hilfsangeboten auf und machen immer wieder Schuldner auf ihre Möglichkeiten aufmerksam.

Gepfändet werden meist nur Luxusartikel und wertvolles Eigentum wie Schmuck oder Münzsammlungen, Autos mit hohem Wiederverkaufswert, doch was wirklich Lebensnotwendig ist, wird grundsätzlich nicht gepfändet. Klar sein muss jedem Schuldner, dass er auf die eine oder andere Weise für seine Schulden aufkommen muss und für seine Fehler gerade stehen muss. Der Besuch des Gerichtsvollziehers sollte deshalb nicht erschreckend sein, denn schließlich kündigt sich dieser häufig schon im Vorfeld an.