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Jugendliche immer häufiger perspektivlos PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Tanja Tasci   
Freitag, den 20. Februar 2009 um 11:11 Uhr

Immer mehr Jugendliche kämpfen darum Perspektiven für ihr Leben zu finden. Besonders Jugendliche aus der Unterschicht haben schlechtere Startbedingungen für das eigene Leben und sehen kaum Alternativen zum Leben ihrer eigenen Eltern.

Perspektivlosigkeit macht sich an Deutschlands Schulen breit. Gerade viele Hauptschüler sehen keinen Weg für sich um nach dem Schulabschluss ins eigene Leben zu starten. Die Chance auf eine Lehrstelle wird immer geringer und gerade Hauptschüler fallen immer häufiger bei der Lehrstellenvergabe durch. Viele der Schüler zeigen ihren Frust über ihre Situation schon deutlich im letzten Schuljahr, da sie häufig ahnen, dass sie nach dem Abschluss direkt in die Arbeitslosigkeit schlittern und viele trotz mehreren 100 Bewerbungen am Ende leer ausgehen.

Lehrer versuchen Mut zu machen, doch auch sie kämpfen mit der Situation und tun sich häufig schwer den Schülern gangbare Alternativen aufzuzeigen. Auch die Beratungsstellen des Arbeitsamtes stoßen häufig an ihre Grenzen, denn es kann zwar beraten werden, welcher Lehrberuf grundsätzlich in Frage kommt und welche schulischen Alternativen es gibt, doch auch beim Arbeitsamt werden immer weniger freie Lehrstellen gemeldet.

Viele Jugendliche müssen sich nach dem Schulabschluss arbeitslos melden, da eine weitere Schulbildung oder gar der Weg in ein privates Ausbildungsinstitut nicht finanziert werden kann. Merklich ist der soziale Unterschied allerdings schon viel früher, da Schüler aus sozial schwachen Familien viel seltener eine Empfehlung für eine weiterführende Schule erhalten als Schüler die aus einem Akademiker Haushalt stammen. Dies liegt allerdings nicht am Leistungsniveau, denn meist müssen Schüler aus einem sozialschwachen Umfeld wesentlich höhere Leistungen erbringen um eine Schulempfehlung zu erhalten.

Es zeigt sich, dass die Perspektivlosigkeit vieler Schüler schon sehr früh vom Schulsystem gesät wird und sich später mit Blick auf den aktuellen Arbeitsmarkt verfestigt. Bei der Lehrstellenvergabe spielen immer häufiger Kontakte eine Rolle und wie man im persönlichen Gespräch überzeugen kann. Selbst wer eine Lehrstelle ergattert, weiß häufig, dass er nach der Lehrzeit nicht übernommen wird und somit ist für viele Jugendliche der Alltag von zahlreichen Ängsten geprägt, die sich zum Teil stark auf das Verhalten der Jugendlichen auswirken.