Eltern legen die Grundsteine für Sozialverhalten Drucken
Geschrieben von: Tanja Tasci   
Freitag, 20. Februar 2009 um 11:54

Das Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen wird immer häufiger kritisiert und bemängelt. Doch wo liegen eigentlich die Ursachen? Immer häufiger hört man, dass die Kinder heute keinen Respekt mehr haben und keine Ziele, dass die Eltern und das Umfeld hierfür verantwortlich sind, ist für viele Eltern schwer zu akzeptieren.

Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder. Besonders im Kleinkindalter lernen Kinder rein über das Nachahmen der Eltern und kopieren das Sozialverhalten ihrer Eltern. Erst im Kindergartenalter bekommen Kinder neben den Eltern zusätzliche Vorbilder wie Erzieher und Aufsichtspersonen, doch hier ist die prägendste Phase schon vorbei und häufig sind schon Kindergartenkinder in ihrem Sozialverhalten stark auffällig. Der Respekt vor fremden Eigentum fehlt häufig völlig und auch der Umgang mit gleichaltrigen ist häufig grenzwertig und stellt Erzieher vor oft unlösbar erscheinende Aufgaben.

Der Umgangston und das Miteinander der Eltern nehmen starken Einfluss auf das Sozialverhalten der Kinder und so spiegelt sich das Sozialverhalten der Eltern in den Kindern wieder. Wer seinen Kindern ein gutes Vorbild ist, der wird auch dann, wenn Kinder älter werden, sich nicht über mangelnden Respekt beklagen müssen. Das Sozialverhalten ist nichts Angeborenes, sondern es wird im Laufe des Lebens erlernt und so haben auch Erwachsene die Möglichkeit ihr Sozialverhalten zu korrigieren und aus Fehlern zu lernen.

Das soziale Netz Familie ist das Vorbild für weitere soziale Gemeinschaften wie Klassengemeinschaften, Cliquen und später auch die Gemeinschaft mit den Arbeitskollegen. Wer nicht fähig ist andere Personen respektvoll zu behandeln, dem wird auch kein Respekt aus der Gemeinschaft entgegen gebracht und so festigt sich erlerntes Sozialverhalten über die Jahre immer stärker. Deshalb gilt es bei auffälligem Sozialverhalten sehr schnell einzuschreiten und Kindern neue Handlungsspielräume aufzuzeigen, denn nur so können sie ein alternatives Sozialverhalten erlernen, was letztlich ihnen selbst und ihrer Umgebung zu gute kommt.

Immer häufiger müssen Kinder Therapien auf Grund ihres schlechten Sozialverhaltens absolvieren. Meist kommt es zu diesem Punkt dann, wenn Eltern sich vom Verhalten ihrer Kinder überfordert fühlen. Therapeuten beklagen allerdings, dass viele Eltern nicht bereit sind an sich selbst zu arbeiten, sondern nur von den eigenen Kindern erwarten, dass sie ihr Verhalten ändern. Die Resonanz die Eltern durch ihr eigenes Verhalten allerdings auslösen wird von vielen Eltern nicht ernst genug genommen.