| Die deutsche Bahn will einen Blogger zum Schweigen bringen |
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| Geschrieben von: Patricia Jane |
| Donnerstag, den 05. Februar 2009 um 12:15 Uhr |
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Wie bei der Telekom wurden bei der Bahn die Daten missbraucht. Dies führte zu einem großen Skandal. Die Bahn Ag zahlte viel Geld, um die empörten Leute zu schweigen zu bringen. Die Bahn hat sowieso schon ein schlechtes Image und dieser Eklat, hätte ihr den Rest gegeben. Das Geschäftgeheimnis sollte geheim bleiben und zwar für immer. Doch der Blogger Markus Beckedahl sah dies anders. Er veröffentlichte dort das brisante Sitzungsprotokoll, welches die Bahn AG mit aller Kraft vor der Öffentlichkeit verbergen wollte. In diesem Protokoll werden alle Projekte aufgezählt, welche die Bahn mit der englischen Ermittlungsfirma Network abgesprochen hat. Network ist eine Firma, die Daten von Kunden speichert.Die Bahn verschaukelte auch die Überwachungsbehörde. Man erzählte den Mitarbeitern nicht, dass die Überwachung die Ausmaße von Big Brother annehmen würde. Über tausend Personen wurden Daten gesammelt und gespeichert. Network wertet die Daten von insgesamt 173.000 Bahn – Mitarbeitern aus! Das ist wirklich die Höhe. Leben wir etwa schon in einem Überwachungsstaat? Die Bahn AG wollte natürlich, dass niemand davon Wind bekam. Aber ein Blogger riskierte viel und deckte diesen Skandal auf. Ein Informant sendete ihm dieses brisante Material zu. Jeder Besucher konnte sich nun ein Bild über die Machenschaften der deutschen Bahn machen. Der Konzern reagierte sofort. Die Bahn zwang Marcus Beckedahl, dass Dokument sofort zu löschen. Zudem sollte er eine `uneingeschränkte, unwiderrufliche Unterlassungseklärung` unterzeichnen. Die Abmahnung veröffentlichte der Blogger sofort auf seiner Seite: „Die Deutsche Bahn AG hat mir soeben meine erste Abmahnung für dieses Blog geschickt. Konkret geht es um das interne Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn, das ich am Samstag hier publiziert habe.Nun weiß ich nicht, wie die Chancen sind, mich vor Rechtstreitigkeiten mit dem Konzern zu schützen, bzw. ob ich Chancen habe, dagegen vorgehen zu können. Und bitte daher die mitlesenden Juristen um Rat.“ Bis Freitag hat Marcus Beckedahl noch Zeit die Forderung der Bahn AG zu erfüllen. Ansonsten muss er vor Gericht. Sollte es soweit kommen, dann muss der Blogger nicht nur um seine Gesundheit fürchten. Denn falls es zum Rechtsstreit kommen sollte bei dem Beckedahl den Kürzeren zieht, müsste er einen 5 – stelligen Betrag an den Konzern zahlen. Und das weil er die Wahrheit veröffentlicht hat! Der Blogger will sich aber nicht einschüchtern lassen: „Die Öffentlichkeit hat ein Recht, wichtige Dokumente, die eh schon kursieren, im Original nachzulesen.Die Leser sollen sich ihre eigene Meinung bilden können und die Welt nicht nur über den Filter der Medien wahrnehmen.“ Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Nachricht. Marcus Beckedahl hat viele Leute, die ihn unterstützen wollen. Kurz nach der Abmahnung erreichten ihn hunderte von Solidaritäts – Mails. Die Menschen können einfach nicht verstehen, warum er für die Aufdeckung des Skandals vor Gericht gehen muss. Die Bahn AG ist im Begriff ihr Image noch weiter in den Dreck zu ziehen, denn diese Handlung beweist, dass sie noch mehr zu verheimlichen haben. Niemand darf gegen die Pressefreiheit verstoßen. Auch kein Konzern. Der Blogger wurde bereits mehrfach für seine Enthüllungsartikel ausgezeichnet. Egal was passiert, er hat gegen den Bahn gewonnen. Schließlich sollte sie die Leute aufklären, anstatt geheime Protokolle zu vereinbaren und Schweigegeld zu zahlen. Marcus Beckedahls Blog: netzpolitik.org |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. Februar 2009 um 16:37 Uhr |


