Stalking leicht gemacht mit Google | Drucken |
Geschrieben von: Frauke   
Donnerstag, 05. Februar 2009 um 12:05
George Orwell wird sich vermutlich im Grab umdrehen. Der Internet-Gigant "Google" bietet einen neuen Service an, mit dem zu sehen ist, wo genau sich andere Handybesitzer gerade aufhalten.
Der kostenfreie Ortungsdienst heisst "Latitude" und ist Teil der Kartenanwendung "Google Maps for mobile". Der aktuelle Aufenthaltsort einer Person wird dabei mittels Satellitenortung bestimmt und auf Handy oder Computer übertragen. Ist eine Ortung per Satellite nicht möglich, wird von "Google" die ungefähre Position des Handys über das Mobilfunknetz berechnet. Die Standortbestimmung ist zwar nicht auf den Meter genau, aber funktioniert in Echtzeit.

Laut "Google" alles ein grosser Spass für Freunde, Familie und Verwandte. Sie können benachrichtigt werden und müssen der Teilnahme am Dienst zustimmen, bevor geortet wird. Dabei hat der Geortete die Möglichkeit festzulegen, wer ihn sehen darf und wer nicht. Und wie präzise sein Standort angegeben werden darf. Der befreundete "Latitude"-Teilnehmer kann ihn dann per SMS, e-Mail oder Chat kontaktieren und sich sogar per übermittelter Wegbeschreibung zu ihm begeben.
Hacker werden sich über diese neue Herausforderung freuen.

Für das Treffen mit der heimlichen Geliebten oder anderen Unternehmungen die geheim bleiben sollen, gibt es die Möglichkeit sich unsichtbar zu machen. Laut "Google" werden die per "Latitude" ermittelten Positionsdaten selbstverständlich nicht gespeichert.

Googles Produktmanager Steve Lee sieht den Service ausschliesslich positiv und
nennt "Latitude" eine "grossartige Alltagshilfe". Freunde können nach seiner Aussage ihre Treffen besser organisieren. Ein Anruf oder eine SMS würden das allerdings genauso ermöglichen.

Steve Lee hebt zum Beispiel die Möglichkeit hervor das Eltern die mit Hilfe dieses Angebots ihren Kindern besser hinterherspionieren, ähm - deren Sicherheit besser gewährleisten können. Dienstleistungsanbieter wie "track your kid" sind im Gegensatz zu "Latitude" kostenpflichtig.

Ein wenig Aufwand muss man für Googles Spionagedienst jedoch schon betreiben. So muss man einen Google-Account besitzen oder einrichten, Kartenmaterial auf sein Handy laden und ein entsprechendes Handy besitzen.
Nicht mit allen Handys ist die Nutzung von "Latitude" möglich. Momentan läuft das Feature nach Aussage von "Google" auf den meisten Nokia-Smartphones, auf vielen Blackberrys und den meisten Handys mit Windows Mobile 5.0 oder höher.

Google ist bei der Sache natürlich nicht völlig uneigennützig. Nutzer des Ortungsdienstes werden mittels Werbung darauf aufmerksam gemacht, was sich in ihrer Nähe konsumieren lässt.