Studie belegt Zusammenhang zwischen jungendlicher Gewaltbereitschaft und Konsum Drucken
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, den 29. August 2008 um 12:12 Uhr
An Hauptsschülern aus Bayern hat sich nun in einer zweijährigen Studie gezeigt, dass eine erhöhte Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren vorliegen kann, wenn diese im Kindesalter gewaltverherrlichende Medien genutzt haben. Dies fanden Erziehungswissenschaftler und Psychologen von der Universität Tübingen, dem Oberschulamt Stuttgart und der Schulberatung Oberbayern-Ost heraus.

Die Schüler sollten zwei Fragebögen ausfüllen, auf dem ersten teilten sie mit, wie oft sie im Kindesalter gewalthaltigen Medien ausgesetzt waren und wie hoch nach eigener Einschätzung der aktuelle eigene Konsum derartiger Medien sei. Zwei Jahre später sollten die Schüler sich zum Vergleich denselben Fragen stellen. Außerdem wurde den Schülern jeweils ein zweiter Fragebogen vorgelegt, der auswerten sollte, wie Jugendliche über den Einsatz von Gewalt in bestimmten Konfliktsituationen entscheiden würden.

1400 Schüler waren beteiligt und 653 davon nahmen an der Studie teil. Ein Zusammenhang zwischen der Nutzung von Gewalt- und Horrorfilmen in jungen Jahren und der Gewaltbereitschaft in der Pubertät war deutlich erkennbar. Je größer der Konsum von gewaltverherrlichenden Medien wurde, desto stärker wurde auch die Bereitschaft zur Gewalt über die Jahre. Dabei soll laut Studie im Gebrauch von Computergewaltspielen die größte Gefahr stecken. Der Konsum gewalthaltiger Medien von Jugendlichen sollte daher also reduziert werden - nur um dieses zu bewerkstelligen reichen jedoch nach Meinung der Wissenschaftler die pädagogische Maßnahmen nicht aus. Ein Verbot von äußerst gewalthaltigen Computer- und Videospielen sollte deshalb auf politischer Ebene erfolgen.