In einem Offenburger Gefängnis wird seit einem Jahr ein Handyblocker getestet, der heimliche Handygespräche und SMS der Insassen verhindern soll. Nachdem die Testphase vorüber ist, soll der Handyblocker dort im Dauerbetrieb laufen. Es ist das erste Mal, dass ein Störsender in einer deutschen Justizvollzugsanstalt (JVA) eingesetzt wurde.
Normalerweise sind Handys in Gefängniszellen verboten, es kam jedoch immer wieder zu Verstößen gegen diese Regelung. Der Störsender sendet per Funk ein Signal, welches die Funksignale der Mobilfunkanlagen überlagert. Auf diese Weise entsteht dann ein – künstlich erzeugtes – Funkloch. Immerhin nutzen die Insassen die Handys nicht nur, um mit ihren Lieben in Kontakt zu bleiben, sondern regeln in einigen Fällen auch ihre kriminellen Geschäfte auf mobilem Wege.
Damit die Frequenzen nicht auch außerhalb der Gefängnismauern gestört werden, wurden viele kleine statt wenige große Störsender eingesetzt, weil die Reichweite hier geringer ist. Der Handyblocker wird automatisch dann aktiviert, wenn er Mobilfunksignale feststellt. Dies Kosten für die Installation der Handyblocker betrugen allerdings rund eine Million Euro. Trotz dieser verhältnismäßig hohen Kosten will die Störsender nun auch in anderen Haftanstalten einführen.
via golem.de
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Super für Isolationshaft ist natürlich immer Geld übrig! Tolle Sache da wird wieder die Funklochlobby dahinterstecken.
Die Störsender in der Offenburger JVA sind mit Leichtigkeit manipulierbar. Selbst Hersteller schreiben auf ihrer Webseite dass dieses System, so wie in der JVA Offenburg installiert, mit ein paar Handgriffen von jedem Insassen unbemerkt manipuliert werden kann.
http://www.handyblocker.org/security-VIP/jva-info.htm
Die dort beschriebenen Manipulationen sind vom JVA Personal nicht feststellbar. In meiner Eigenschaft als Anwalt vertrete ich mehrere Mandaten, die in der JVA ihre Strafe verbüßen. Diese lachen über die dort eingebauten Mobilfunkblocker und telefonieren fleißig weiter.
Innerhalb von Minuten ist das System mit Leichtigkeit zu umgehen. Einige meiner Mandanten telefonieren häufig aus der Zelle mit meiner Kanzlei, ohne dass die Störgeräte dies verhindern können. Erschreckend ist, dass dieses System über 1 Million Euro gekostet haben soll und sich Politiker medial ins Rampenlicht stellen, um zu behaupten, dort ein sicheres Mobilfunkstörsystem eingebaut zu haben. Wieder mal ein Fall von massiver Steuerverschwendung der auch noch in anderen Justizvollzugsanstalten in Deutschland fortgeführt werden soll. Die Lobby scheint doch hier sehr stark zu sein.