SMS von Zugvögeln

Klingt zunächst wie ein Aprilscherz, ist aber wirklich Realität. Zugvögel zu Beringen war gestern. Heute bekommen die Vögel einen Sender und senden ihre Position und vieles mehr per SMS. Dank der Tiertelemetrie bekommen die Forscher völlig neue Einblicke in die Flugbahnen unserer gefiederten Freunde. So kann zum Beispiel anhand der Nachrichten die genaue Flugroute der Vögel nachvollzogen werden oder es lässt sich ermitteln, welche Hindernisse die Tiere auf ihrer langen Reise überwinden müssen.

Lieber einen Sender am Flügel als einen Ring um den Fuß, dass scheinen sich die Forscher immer öfter zu denken und statten sie die Zugvögel immer mehr mit moderner Technik aus. Mit den SMS von Zugvögeln können dann die genauen Flugrouten nachvollzogen werden. Die Geräte sind mittlerweile so klein, dass sie die Tiere nicht mehr beeinträchtigen. Die kleinen Sender funken ihre Nachrichten in den Erdorbit an einen Empfänger, der dann das Signal als ganz normale SMS weiterleitet. Damit kann man laut dem Magazin „bild der wissenschaft“ viele bislang unbeantwortete Fragen klären: Welche Hindernisse stellen sich den Vögeln in den Weg? Wo liegen ihre bevorzugten und deshalb erhaltenswerten Rastplätze? Welcher Vogel nimmt welche Route und wie viel Energie verbraucht er dabei? Mit Hilfe der neuen Technik kann man dann die gesamte Lebensgeschichte eines Vogels rekonstruieren. Das ist nicht nur für Biologen eine spannende Sache. Auch Hobby-Ornithologen können über die App „Animal Tracker“ die Bewegungen der Tiere genau nachvollziehen und wissen am Ende schon, wo sich ein seltener Vogel aufhält, noch bevor sie ihn sehen können. Mit diesen Erkenntnissen wollen die Forscher eine Art „Bibliothek der bewegten Lebens“ nach dem Vorbild von Wikipedia aufbauen.

Bilder: © oldbilluk

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