Dass in China sämtliche Medien staatlich zensiert werden, ist ja bekannt. Doch haben die Chinesen ein neues Mittel zur „freien Meinungsäußerung“ gefunden. Alles mit Hilfe der 160 Zeichen langen Nachrichten, doch es ist nicht alles Gold was glänzt – auch in China nicht.
Die rund 850 Millionen angemeldeten Mobiltelefone lassen sich unmöglich alle kontrollieren und deswegen will die Regierung zumindest den Eindruck der allumfassenden Kontrolle erwecken. So wurden in Lhasa Massen-SMS verschickt, die die Bürger aufforderten sich an die Gesetze zu halten.
Ein Bericht findet sich dazu in dem US-Magazin Newsweek unter dem schönen Namen Repression 2.0. Die Vorgängerversion hingegen war subtiler. Doch dass sich die SMS nicht kontrollieren lassen, lässt viele Chinesen Risiken eingehen. In der Stadt Xianmen protestierten rund eine Millionen Chinesen via SMS gegen den Bau einer Chemiefabrik, die Paraxylol herstellen soll. Bei dessen Produktion entstehen hochgiftige Abfallprodukte.
Doch auch anderswo nutzt die Politik die SMS als Kommunikationsmedium mit dem Volk, wenn auch weniger einschüchternd. Barack Obama zum Beispiel erinnert seine Anhänger via SMS an den Wahltermin.
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