September
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2010

Landesärztekammer – Stellungnahme zu den Gefahren und Folgen der Handynutzung

gepostet von Christian Leo
Mittwoch, 27. Januar 2010 um 15:55
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Die Ärztekammer des Landes Baden-Württemberg hat nun eine überarbeitete Version ihrer Stellungnahme zum Thema “Mobilfunk und Gesundheit” veröffentlicht in der es jedoch auch weiterhin heißt, dass „trotz eingehender nationaler und internationaler Forschung bisher kein wissenschaftlicher Nachweis für die direkt krankheitserzeugenden Wirkungen von mobilfunkverursachten elektromagnetischen Feldern auf den Menschen festgestellt werden konnte“ – und damit sind sowohl die Mobiltelefone als auch die Sendemasten gemeint.

Durch das Fehlen von Erfahrungswerten, die über einen längeren Zeitraum (hier geht man von über 20 Jahren aus) gesammelt wurden, weiß man demnach jetzt noch nicht, welche Gefahren die Handynutzung wirklich mit sich bringt. Wenn man in zehn Jahren feststellen würde, dass die Mobiltelefone doch gefährlich für den Menschen sind, könnte es schon zu spät sein, denn zu diesem Zeitpunkt würde ein Großteil der Menschen ja immerhin schon seit mehreren Jahren Handys nutzen.

In der aktualisierten Stellungnahme heißt es darüber hinaus auch, dass das Metall Tantal, welches für die elektronischen Bauteile moderner Mobilfunktelefone verwendet wird, aus dem seltenen Mineral Coltan gewonnen wird – dieses Mineral kommt vor allem im Kongo-Becken vor und wird dort auch im großen Stil abgebaut. Da dort aber auch konkurrierende Regierungs- und Rebellengruppen in den Abbau und Handel involviert sind, wird ein Großteil der Gewinne, die man mit dem Abbau von Coltan macht, in den Waffenhandel investiert. Diese Waffen werden dann in den Kriegen und anderen blutigen Auseinandersetzungen in der Region eingesetzt. Darüber hinaus kommt es jedoch auch zu Kämpfen um die Abbaugebiete und auch die “dunklen” Handelswege führen nach Angaben der UNO oft zu einer Vielzahl von Toten und Verletzten.

Mit dieser Stellungnahme erhofft sich die Landesärztekammer Baden-Württemberg eine öffentliche Diskussion der Rolle des Coltan-Handels sowie auch der Geldflüsse, die damit verbunden sind. Darüber hinaus seien auch weitere Studien zu diesem Thema notwendig. Und da man zum Langzeitgefahren der Handynutzung noch nicht allzu viel weiß gibt die Landesärztekammer auch noch diese Tipps, die insbesondere für Kinder und Jugendliche sinnvoll sind,  mit auf den Weg:

  • Mobilfunktelefone möglichst wenig und nur kurz benutzen, d.h. das Handy öfter mal abschalten! Die größere Belastung geht nämlich von den Mobilfunktelefonen am Kopf und nicht von den Sendemasten “auf dem Dach” aus.
  • Mobilfunktelefone nicht in kleinen abgeschirmten Einheiten, wie z.B. dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln benutzen, da das Handy wegen der Abschirmung dann mit seiner maximalen Energieleistung arbeiten muss, um auf Empfang zu bleiben.
  • Im Hause, besonders in unmittelbarer Nähe von Kinderzimmern sollten möglichst analoge Systeme und nicht die digitalen DECT Standardgeräte eingesetzt werden.

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