Heutzutage gibt es Apps für die verschiedensten Dinge, einige davon sind unterhaltsam, andere wiederum informativ – es gibt aber auch immer mehr Apps, die sich als äußerst praktisch erweisen, so zum Beispiel auch solche, die erkrankten Menschen helfen und ein höheres Maß an Sicherheit bieten sollen. So gibt es zum Beispiel Apps speziell für Diabetiker, die die Blutzuckerwerte in einer Datenbank speichern und angeben, in welcher Dosierung ein Medikament einzunehmen ist, wodurch die App zu einer Art persönlichem Doktor des Patienten wird. Je nach Gesundheitszustand geben die Apps auch spezielle Anweisungen, damit es nicht zum gefürchteten Insulin-Schock kommt.
An der Uni-Klinik in Essen wird derzeit auch eine neue App fürs iPhone getestet, die vor allem bei chronisch Kranken die regelmäßige Einnahme der Tabletten fördern soll – dabei erstellt der Patient mithilfe seines iPhones einen Einnahmeplan, das Handy schlägt infolgedessen zum richtigen Zeitpunkt lautstark Alarm und erinnert an die Einnahme des Medikaments. Moderne Apps sollen künftig allerdings noch mehr leisten, so können Diabetiker ein vom Arzt einsehbares Online-Tagebuch erstellen, wodurch zeitraubende, teure stationäre Untersuchungen entfallen. Der Arzt kann via Internet den Gesundheitszustand des Patienten überwachen und gegebenenfalls per Fernsprechstunde eingreifen. Dabei spricht man dann auch von der so genannten Telemedizin. Auf diese Weise könnten auch die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden.
Allerdings gibt es auch schon die ersten Kritiker der medizinischen Apps, so wird unter anderem der gemeinsame Standard, der bei dieser neuen Technologie fehlt, bemängelt. Aufgrund unterschiedlicher Systeme passt das, was die Entwickler weltweit basteln, nicht immer zusammen. Eine weitere Gefahr sehen Kritiker auch im Datenschutz, denn da diese sind vor dem Zugriff Dritter nicht sicher, da die Daten kabellos und unverschlüsselt ans Handy gesendet werden. Da die Daten nicht nur den Krankenkassen, sondern vielleicht auch dem Staat ermöglichen, ein genaues Profil vom Bürger zu erstellen, befürchtet man einen „gläsernen“ Patienten, dessen sportlichen Aktivitäten, aber auch Essgewohnheiten, Alkoholkonsum, eventuelle Fettleibigkeit oder auch die sexuellen Kontakte von Dritten einsehbar sind.
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